Uncanny X-Men Vol. #1 Revolution

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Mit Uncanny X-Men „Revolution“ liefert Bendis nach All New X-Men seine zweite Serie im Rahmen der Marvel Now Welle ab. Nachdem der erste Band von All New X-Men eine erfreuliche Überraschung war, freute ich mich auf diesen Band. Gleichzeitig war ich aber auch gespannt, ob die Kombination von Bendis und Bachalo funktionieren würde?

Brian Michael Bendis hatte bereits lange vor dem Restart in mehreren Interviews klar gemacht, dass Uncanny X-Men eindeutig politischer, düsterer als All New X-Men werden würde. Chris Bachalo ist allerdings nicht der erste Name, die einem bei dieser Beschreibung als passender Zeichner einfällt. Seine Arbeiten der letzten Jahre, egal ob bei Wolverine and the X-Men (WatXM) oder bei der Dark Beast Storyline bei X-Men, waren eher von einer verspielten Leichtigkeit. Als dann die ersten Promozeichnung auftauchten, war das Urteil gemischt. Während die neuen Visuals von Cyclops und Magneto ein voller Erfolg sind, enttäuschen Emma Frost und Magik. Speziell Emma Frost ist Chris Bachalo missglückt. Sie wirkt wie eine 16jährige Teenagerin, nicht wie die ehemalige White Queen des Hellfire Clubs.

Revolution beginnt im Nachgang zu Avengers vs. X-Men (AvX). Nach dem überraschend guten „AvX Consequences“ war die Bühne gestellt für Cyclops, Emma Frost, Magik und Magneto und ihre Revolution. Auf einmal sind die Uncanny X-Men nicht mehr die friedensstiftenden Mutanten, die die Menschheit schützen. Diese Rolle hat Wolverine mit seiner Jean Grey School for gifted youngsters übernommen. Nein, die Uncanny X-Men sind Terroristen und suchen nicht weniger als den Umsturz der bestehenden Ordnung. Sie bauen eine eigene Schule auf und rekrutieren Ihre eigenen Schüler aus den neu auftauchenden Mutanten.

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Bendis baut in Revolution die Grundlage für kommende Konfrontationen. Cyclops geht konsequent seinen Weg, wirbt Schüler bei Wolverine ab und baut sich seine Basis. Das spannende daran ist die Art und Weise wie Bendis die Charaktere entwickelt. Nach AvX haben alle X-Men, die einen Teil der Phoenix Force in sich trugen, die Kontrolle über ihre Fähigkeiten verloren. Alle Figuren gehen damit anders um. Insbesondere Emma Frost ist hierüber tief verunsichert. Aber auch die Entwicklungen aus All New X-Men setzen insbesondere Cyclops zu. Lediglich Magneto scheint weiterhin Herr der Lage zu sein, was zwangsläufig zu einer Konfrontation mit dem strauchelnden Anführer Cyclops führen muss.

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Chris Bachalo ist nicht der richtige Zeichner für diesen Stoff. Das beste Beispiel hierfür ist Uncanny X-Men #4. Das Team um Cyclops fliegt zu Wolverines Schule und versucht Schüler abzuwerben. Das Skript vermittelt eine angespannte Situation, die Dialoge sind angeheizt und die Sequenz, in denen die Cockoos Emma Frost konfrontieren, ist toll geschrieben. Das Problem sind Bachalos Zeichnungen. Anstelle die Panels auf diese Anspannung hin zu fokussieren, spielt Bachalo lieber herum. Warum schaut Kitty Pride wie ein Teenager auf einem Justin Bieber Konzert? Wieso sieht Wolverine aus, als würde er schmollen? Warum muss das Krakau Island erscheinen, eine Figur, die in WatXM ein reiner Running Gag ist? Chris Bachalo stößt hier an seine Grenzen. Wie viel eindringlicher ein Zeichner die aufgestauten Emotionen im Nachgang zu AvX umsetzen kann, zeigt Stuart Immonen. Nehmen wir die Befreiung Emma Frosts in All New X-Men #3. Die Konfrontation ist kurz und heftig. Das Mistrauen und die Anspannung aller Beteiligten quillt förmlich aus den Seiten hervor. Ein weiteres Beispiel ist der Dialog zwischen Emma Frost und Scott Summers am Ende von All New X-Men #4. Hier zeigt Stuart Immonen die ganze Verbitterung von Cyclops in wenigen Bildern. Lediglich in der oben erwähnten Konfrontation zwischen den Cockoos und Emma Frost kommt so etwas wie wirkliche Anspannung auf. Und dies schafft Chris Bachalo vor allem dadurch, dass er die Panels entleert. Bachalo scheint nicht zu verstehen, dass er hier keine Ausgabe von Wolverine and the X-Men zeichnet. Dort sind seine humoristisch verspielten Seiten bestens geeignet. Bei Uncanny X-Men stören sie einfach nur.

Aufgrund dieser Einschränkungen kommt Uncanny X-Men leider nicht an die Qualität von All New X-Men heran. Man kann nur hoffen, dass der Titel bald einen passenden Hauptzeichner erhält. Chris Bachalo sollte es jedenfalls dauerhaft nicht sein. Brian Michael Bendis erzählt auf jeden Fall eine äußerst lesenwerte Geschichte.

Uncanny X-Men Vol. #1 „Revolution“

Brian Michael Bendis, Chris Bachalo und Frazier Irving

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