Signiertermin mit Dietmar Dath & Oliver Scheibler

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20140509_dath_scheibler Schon alles gesehen? Sind die Möglichkeiten von Comic bzw. Graphic Novel bereits ausgeschöpft?

Nein.

Wer sich auf diesen einen Schritt weiter einlässt, sich traut über den Tellerrand auch etwas weiter hinauszusehen, der wird mit diesem Werk belohnt werden.

Hier ist eine Graphic Novel von Irrsinn und Wissenschaft, voller Schönheit und Abgründe. Dietmar Dath und Oliver Scheibler kooperieren dabei, die Zeichnungen fügen der Geschichte noch weitere Ebenen hinzu, und das machen diese genauso schön und eingängig, wie auch wild und ungehalten, eben wie die Geschichte, die hier erzählt wird. Dieser Band bildet eine Symbiose, ist so anders und doch so klar wie auch verwirrend.
Die Wildheit von amerikanischen Underground-Comix der 80er Jahre trifft auf die erzählerische Tiefe europäischer Graphic Novels.

Eindeutig eine Graphic Novel für Fortgeschrittene!

»Mensch wie Gras wie« ist eine Graphic Novel über Forschung, Technik, Geld und Liebe. Die Biologin Elin Elwert arbeitet an gentechnisch veränderten Pflanzen und anderen Organismen – eine fundamentale Umwälzung der Nahrungsmittel- und Pharmaindustrie steht bevor. Elin lebt mit dem Bioinformatiker Thomas Schäfer zusammen – seelisch und körperlich aber gelingt es ihr nicht, die ältere, sehr komplizierte Beziehung zu Martin/Martina Riede loszulassen – eine Liebe, die sich nicht in die emotionalen und erotischen Standards einpassen lässt, die in Elins Arbeits- und sonstigem Lebensumfeld gelten.

Im Laufe der Handlung, die sich wie ein Puzzle aus Erinnerungen und intensiven Erlebnissen zusammensetzt, kollabiert die Sehnsucht nach einem anderen Leben als dem vorgefertigten: In einem Szenario, das den direkten Eingriff von Geld und Macht ins Lebendige als eine Katastrophe zeigt, die auch das Geld und die Macht nicht stabil kontrollieren können – und in der unerwartete Durchgänge in etwas anderes, etwas Unvorhergesehenes zu finden sind. Die Geschichte wird nicht als abstrakte, spekulative Anklage des Vorhandenen erzählt, sondern in visueller Traumschau, in Sprüngen, Trips, Schocks und Rätseln.

Im Anhang erzählt Dietmar Dath von der Verwandlung des Erzählens durch das praktische Zusammendenken von Bildern und Worten – ein persönlicher Bericht von den Überraschungen und dem Lernen beim Arbeiten an der Form »Comic«, wenn sie nicht einfach als Illustrationsverfahren, sondern als eigenständige Herausforderung an Schreiben, Denken und Empfinden ernst genommen wird.

Freitag, den 9. Mai von 16 – 18 Uhr

Dietmar Dath & Oliver Scheibler

signieren „Mensch wie Gras wie“
200seitiger Hardcover-Prachtband, EUR 24,00

Oliver Scheibler, geboren als Oliver Schulze 1972 in Amsterdam, ist Künstler und grafischer Erzähler. Er hat Jahre im Ausland, bei der Bundeswehr, ohne festen Wohnsitz, auf Technopartys, im Kunstarchiv einer Produzentengalerie und in anderen Dimensionen verbracht. Er ist ausgebildeter Zimmermann und studierter Grafik-Designer. Seit 1990 zeichnet und veröffentlicht er Comics und entwickelt seine Stoffe wie seinen Stil teils in Skizzenbüchern, teils in der Do-it-yourself-Öffentlichkeit kontinuierlich weiter. Die Welt von Werbung und Lifestyle hat erfolglos versucht, ihn aus dem Underground zu locken. 2011 nahm er bei seiner Hochzeit stattdessen den Namen Scheibler an und ist inzwischen Vater einer Tochter.

Dietmar Dath, geboren 1970, veröffentlicht seit 1990 journalistische und literarische, satirische und essayistische Texte in in- und ausländischen Zeitungen und Zeitschriften. Von 1998 bis 2000 war er Chefredakteur der traditionsreichen Zeitschrift für Popkultur Spex, von 2001 bis 2007 und wieder seit 2011 Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Dietmar Dath hat zahlreiche Romane, Theaterstücke, Sachbücher und Gedichte veröffentlicht. Zuletzt erschienen das gemeinsam mit Barbara Kirchner verfasste Sachbuch »Der Implex – Sozialer Fortschritt: Geschichte und Idee« (2012) und der Roman »Pulsarnacht« (2013). Im Verbrecher Verlag erschienen zuletzt die Neuausgaben seiner Romane »Für immer in Honig« (2008) und »Am blinden Ufer« (2010) sowie der neue Erzählungsband »Kleine Polizei im Schnee« (2012).

Zwecks besserer Planung bitten wir wie immer um schriftliche Anmeldung mit gewünschter Uhrzeit per email.
Wer den Termin nicht wahrnehmen kann, kann sich gerne ein signiertes Comic zurücklegen lassen!
Einen Sketch gibt es nur für Anwesende.

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